Zum Inhalt springen

Projekttag „Ich werde Zeitzeuge“ am Maria-Ward-Gymnasium Bamberg

Projekttag „Ich werde Zeitzeuge' am Maria-Ward-Gymnasium Bamberg
Im Rahmen des Projekts „Ich werde Zeitzeuge“ (gefördert von der Friede Springer Stiftung, der Chance Jugend Stiftung und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus) fand am Maria-Ward-Gymnasium Bamberg ein Projekttag statt, der den Schülerinnen der 9. und 10. Klassen als ein ganz besonderer im Kopf verankert bleiben wird. Ziel war es, jüdisches Erbe durch Recherche, musikalischer Begegnung und Zeitzeugengespräch sichtbarer zu machen und Antisemitismus vorzubeugen.
Datum:
Veröffentlicht: 30.7.26
Von:
Marga Braun (gestützt auf Aussagen der Redner, Herrn Spindler und der Schülerinnen)

Schon Auftakt und Abschluss verliehen dem Tag einen festlichen Rahmen. Mit klaren Worten zur aktuellen Bedeutung von Erinnerungskultur und Antisemitismusprävention sprachen Erzbischof Herwig Gössl, Regierungspräsident Florian Luderschmid, Corinna Storm (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus), Eva Jutzler (Dritte Bürgermeisterin der Stadt Bamberg), Ordinariatsrat M. A. Alexander Pfister sowie unser Schulleiter Herr Reheuser. Ihre Beiträge machten deutlich: Demokratie und Toleranz sind keine Routine – sie sind Verantwortung, gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder offen zutage tritt.

Konzipiert und durchgeführt wurde der Projekttag in Zusammenarbeit mit dem Bildungs- und Forschungsprojekt „Projekt 2025 – Arche Musica“, das seit 2018 im Bereich aktiver Erinnerungskultur und Antisemitismusprävention tätig ist, unter der Leitung von Herrn Thomas Spindler.

Wie sehr das Thema die Schülerinnen und Schüler erreicht hat, zeigte sich nicht zuletzt an den spontanen Rückmeldungen am Ende des Vormittags: „lehrreich, informativ, die Zeit ist verflogen, super, toll, hoch interessant, beeindruckend“.

In drei sehr unterschiedlichen Gruppen wurde das Leitthema praktisch erfahrbar:

Projekttag „Ich werde Zeitzeuge' am Maria-Ward-Gymnasium Bamberg

Eine Gruppe stand unter dem Thema: Recherche und Erinnerungskultur. Hier standen die Biografien von Frau Carolin Bohl und Herrn Otto Bamberger im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten eigenständig und bekamen zugleich eine Einführung in die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens – ein Handwerkszeug, das weit über den Projekttag hinaus wirkt. Die beiden Lebensläufe hinterließen bei den Schülerinnen Mitgefühl, aber auch das Gefühl, wie wichtig es ist, Haltung gegen Antisemitismus zu zeigen. Erwähnenswert fanden die Schülerinnen daneben die Erfahrung, wie schwierig es sein kann, heutzutage gesicherte Aussagen zu gewinnen. Begleitet und fachkundig angeleitet wurde die Arbeit von Frau Nina Huber-Stein.

 

Projekttag „Ich werde Zeitzeuge' am Maria-Ward-Gymnasium Bamberg

Die zweite Gruppe unternahm musikalische Erinnerungskultur unter der Leitung von Frau Anke Spindler. Diese Gruppe tauchte in jüdische Musikgeschichte ein und lernte ein deutsch-jüdisches Liederbuch kennen. Auf der Veeh-Harfe – einem Instrument, das auch Anfängerinnen schnell begeistert – wurden zwei jüdische Lieder einstudiert und präsentiert. Anke Spindler begeistere die Schülerinnen mit ihrer Kompetenz und hinterließ einen ausgesprochen positiven Eindruck. Ein Wunsch blieb: Die Schülerinnen hätten gern auch einmal den originalen jüdischen Gesang zu den Liedern gehört.

 

Projekttag „Ich werde Zeitzeuge' am Maria-Ward-Gymnasium Bamberg

Die dritte Gruppe führte ein Zeitzeugengespräch mit Tim Kurockin. Offen berichtete er von seinem Alltag als junger Jude in Deutschland, vom familiären Hintergrund (seine Familie stammt aus Russland), von seinem Engagement in der jüdischen Community – etwa beim Jewish Songcontest – und auch von belastenden Erfahrungen wie Anfeindungen im Studienalltag. Dass Tim Kurockin nur wenige Jahre älter als die Schülerinnen ist, machte es für diese leichter, offene Fragen zu stellen und ehrliche Antworten zu erhalten.

 

Am Ende blieb der Eindruck, dass Erinnerungskultur und Antisemitismusprävention als gelebte Begegnung einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Wir freuen uns auf eine Wiederholung oder Fortführung des Projekts am Maria-Ward-Gymnasium.

Weitere Impressionen des Tages: