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Ein Abend voller gelebter Weihnacht

Weihnachtskonzert 2025
Schon beim Betreten der Institutskirche lag eine besondere Stimmung in der Luft: Ein warmes Lichtermeer ließ den Raum erstrahlen und schuf jene Atmosphäre, in der Musik mehr sein darf als bloßer Klang. Das Weihnachtskonzert erwies sich als eindrucksvolles musikalisches Erlebnis, das Fröhlichkeit, Tiefe und gemeinschaftliches Erleben auf überzeugende Weise vereinte.
Datum:
Veröffentlicht: 7.1.26
Von:
Tobias Winter

Eröffnet wurde der Abend von der Männerschola mit dem Choral Die Nacht ist vorgedrungen. Unter der Leitung von Harald Setz entfalteten die Männerstimmen einen getragenen, konzentrierten Klang, der den adventlichen Gedanken des Wartens und der Hoffnung unmittelbar erfahrbar machte.

Die Schulleitungen Barbara Hauck und Stephan Reheuser knüpften an diesen Gedanken an und begrüßten die Anwesenden herzlich. Dabei ließen sie mit einem großen Dank nicht unerwähnt, dass der Freundeskreis der Fachschaft Musik eine neue Tuba und der Förderverein einen neues Violoncello spendierte, die auch an diesem Abend gleich im Einsatz waren.

Hierauf setzte das Werkstattorchester mit Alle Jahre wieder ein vertrautes Zeichen. Die klare und feine Interpretation unter der Leitung von Irene Gemperlein wirkte wie eine musikalische Einladung an das Publikum. Mit Up on the Housetop folgte ein lebendiger Kontrast, der die heitere Seite der Weihnachtszeit betonte.

Im Wechsel mit den Großensembles erhielt das Programm einen besonderen Reiz durch die abwechslungsreichen Solo- und Duettbeiträge, die dem Konzert immer wieder intime, berührende Momente verliehen. In fein aufeinander abgestimmten Kombinationen aus Gesang, Klavier sowie Violine entstanden Klangbilder von großer Ausdruckskraft. Ob im innigen Duett bei Have Yourself a Merry Little Christmas, gesungen von Felicitas Klemm (Q 13) und Freyja Arnarson (Q 13), im eindringlichen Vortrag Call the Brothers (ein nachdenkliches, poetisches Lied über Verbundenheit, Verlust und Hoffnung auf Versöhnung), gesungen von Elisabeth Gabold (8. Klasse), oder im isländischen Weihnachtslied Jólin alls stadar (ein Lied, dass die allgegenwärtige Präsenz von Weihnachten thematisiert, nicht nur als Fest, sondern als innere Haltung), gesungen von Freyja Arnarson (Q 13) – diese Beiträge überzeugten durch musikalische Reife, klare Gestaltung und spürbare Emotionalität. Bei allen Gesangsbeiträgen begleitete Harald Hauck elegant und ausgewogen am Klavier.

Das ukrainische Lied The Slumber Is Going Around berührte besonders durch seine schlichte Schönheit und seine stille Intensität. Arrangiert von ihrer Geigenlehrerin Natalia Bondas lotete Marie Sibilski (Q 12) mit ihrem Duopartner Kelvin Hillmann (Gast vom CG) die Stimmung des Stückes passend aus.

Mit den Veeh-Harfen unter der Leitung von Katrin Rebhan erhielt der Abend eine ganz eigene Klangfarbe: Hark! The Herald Angels Sing wirkte transparent und leuchtend, während Carol of the Bells rhythmische Spannung und festliche Dringlichkeit entfaltete. O Holy Night setzte dann einen leisen Höhepunkt.

Das Instrumentalensemble der Q12/13 schlug mit Alta Trinita Beata einen Bogen bis ins 15. Jahrhundert. Die klare Linienführung und die ruhige Gestaltung sorgten für einen meditativen Moment, bevor mit Rockin’ Around the Christmas Tree in der Bearbeitung von Tobias Winter beschwingte Energie in den Raum zurückkehrte. Auch das Vokalensemble der Q12 überzeugte mit Snowman durch klangliche Geschlossenheit und feines Gespür für Dynamik.

Im Divertimento KV 137 von Wolfgang Amadeus Mozart zeigte das Ensemble „Klarinettissimo“ unter der Leitung von Harald Setz mit klarer Struktur und Tonpräzision sein Können.

Der Schulchor, unter der Leitung von Katrin Rebhan, begleitet von Harald Hauck am Klavier setzte mit Somewhere in My Memory, bekannt aus dem Weihnachtsfilmklassiker Kevin - allein zu Haus, einen warmen, nostalgischen Akzent, der Erinnerungen und leise Hoffnung zugleich anklingen ließ.

Große Wirkung und Emotion entfaltete schließlich Highland Cathedral, klanggewaltig dargeboten vom Orchester unter der Leitung von Tobias Winter – nicht zuletzt durch die überraschende Einbindung eines Dudelsacks, gespielt von Armin Schuler (Gastmusiker), dessen kraftvoller Klang den Kirchenraum eindrucksvoll erfüllte. Die weit gespannte Tonfarbe und die feierliche Haltung bereiteten den Weg für den Abschluss des Abends: Bethlehem – Eine Weihnachtsgeschichte, gestaltet von Orchester, Schulchor und der Band „Girls On Stage“. In der Abfolge der Lieder Stern über Bethlehem, Kleine Stadt Bethlehem sowie In der Nacht von Bethlehem – durchzogen von meditativen Texten – verbanden sich musikalische Vielfalt und erzählerische Klarheit zu einem geschlossenen Ganzen. Die über 80 Schülerinnen mit ihren jeweiligen Ensembleleitungen führten eindrucksvoll musikalisch wie inhaltlich zum Kern des Weihnachtsgeschehens, was das Publikum mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen zum Ausdruck brachte.

Beim gemeinsamen Schlusslied Macht hoch die Tür, die Tor macht weit vereinten sich alle Mitwirkenden und das Publikum zu einem würdigen und herzlichen Ausklang. In diesem Moment bündelten sich Fröhlichkeit, Gemeinschaft und Besinnung – ein Weihnachtskonzert, das lange in Erinnerung bleiben wird.